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Die Kinderzahnbehandlung ist für uns in der Wiener Ordination eine Herzensangelegenheit. Auf die Milchzähne, die ungefähr ab dem 4. Lebensmonat sichtbar werden, und die ersten bleibenden Zähne im 6. Lebensjahr, sollte man schließlich besonders achten.

Ab dem ersten Milchzahn gilt: Zähne reinigen.

Anfangs reinigen die Zähnchen die Eltern, später dürfen die Kinder selber die Zahnbürste übernehmen. Es wird allerdings bei Kindern im Alter von 2 – 6 Jahren empfohlen, nach dem Zähneputzen, nachzukontrollieren. Auch ein Nachreinigen wird geraten um ihnen dabei langsam nach und nach die Verantwortung über ihre Zähne zu übergeben. Als Richtlinie gilt: sobald die Kinder die Schreibschrift beherrschen, sollte ein selbständiges Zähneputzen möglich sein. Dabei ist es wichtig die Milchzähne so lange wie möglich zu erhalten, da sie als Platzhalter für die bleibenden Zähne dienen.

Dennoch gilt: Nur weil das Kind sich weigert, heißt es nicht dass Zähne nicht geputzt werden müssen. Die Verantwortung für den Zustand der Milchzähne und in weiterer Folge bleibenden Zähne liegt immer noch bei den Eltern.

Ab wann zum ersten Mal zum Zahnarzt ?

Der erste Zahnarztbesuch kann oder sollte ab dem 2. Lebensjahr erfolgen. Das dient vor allem dem Kennenlernen und eine positive erste Verbindung zum Zahnarzt herzustellen. Das Alter, in dem die Kinder wirklich etwas mitbekommen und sich an den ersten Zahnarztbesuch erinnern, ist um das 3. bzw 4. Lebensjahr. Mit diesem Alter kann auch schon die erste Kinderzahnbehandlung durchgeführt werden, wenn sich dennoch mal ein Kariesteufelchen verirrt haben sollte. Hierbei gibt es für Kinderzähne spezielle Kinderzahnfüllungen, bis hin zu Fissurenversiegelung zur Vorsorge bei den ersten Backenzähnen.

Ab wann Zahnspange ?

kinderzahnbehandlung

Sollte man im Kindesalter schon Zahn- oder Kieferfehlstellungen erkennen so lassen sich diese gut mittels abnehmbaren Zahnspangen oder unsichtbaren Schienen durch Unterstützung des Kieferwachstums korrigieren. Auch die Therapie sogenannter Habits wie Daumenlutschen, Zungenpressen oder eine Zungenfehllage, kann, früh erkannt, mögliche spätere Fehlbildungen vermeiden. Hierbei kommt der Zusammenarbeit mit Logopäden eine wesentliche Rolle zu. Hierbei wird durch sogenannte myofunktionelle Übungen (wie Muskeltraining für die Zungen und Wangenmuskulatur) die Einstellung der Zungenlage verändert. Damit kann man positive Effekte auf das Wachstum ausüben und Fehlstellungen verbessern oder gar verhindern.

Der Fokus der Kinderzahnbehandlung liegt somit auf:

  • Milchzahnerhalt
  • der Prävention von Karies durch korrekte Mundhygieneinstruktionen
  • in der Frühererkennung von Zahn- oder Kieferfehlstellungen

Haben die Kinder einmal Vertrauen gefasst, lassen sich selbst die Ängstlichsten unter ihnen behandeln. In ganz schwierigen Fällen, wo Kindern die Behandlung unter normalen Bedingungen nicht zumutbar ist (bei zahlreichen massiv zerstörten Zähnen), bleibt die Vollnarkose als letztes Mittel der Wahl. Um die damit verbundenen Risiken zu vermeiden, ist es wichtig, schon Kleinkinder zum Zahnarzt mitzunehmen, um sie mit der unbekannten Umgebung vertraut zu machen und ihnen zu zeigen dass vom Zahnarzt keine Gefahr droht. Dadurch verlieren sie langsam die Ängste und lassen sich schon nach 1-2 Besuchen in den Mund schauen. Sollte dann das ein oder andere „Loch“ zu finden sein, gibt es kleine Tricks der Verhaltensführung um die Kinder freiwillig und von sich aus für die Behandlung bereit zu machen, denn Zahnarztangst muss nicht sein.

Warum sind Milchzähne wichtig ?

Milchzähne sind Platzhalter während des Kieferwachstums. Man sollte sie nie vernachlässigen, auch wenn sie irgendwann einmal ausfallen. Jeder zu frühe verlorene Milchzahn stört die Gebissentwicklung.

Was sind die Sechser ?

Sie sind die ersten bleibenden Zähne im Zahnbogen, auch 6 Jahres Molaren genannt, weil sie um das 6. Lebensjahr herum durchbrechen. Aufgrund ihrer hinteren Lage werden sie oft übersehen oder nicht als bleibende Zähne erkannt. Sobald sie sichtbar werden heißt es: gut putzen.

Schnuller wie lange ?

Unbedingt spätestens im 3. Lebensjahr (Alter 2-3 Jahre) beginnen wegzulassen um Zahn- bzw Kieferfehlstellungen zu vermeiden.

Wann hört Daumenlutschen auf ?

Eine hartnäckige Lutschgewohnheit sollte rasch behoben werden. Wie beim Schnuller gilt: je früher es abgewöhnt wird umso besser, da es sich sonst bleibend negativ auf die Gebissentwicklung auswirken kann. Um das Daumenlutschen abzugewöhnen ist öfter sogar eine Umstellung auf Schnuller sinnvoll, da dieser leichter entfernt werden kann.

Was ist vor dem ersten Zahnarztbesuch zu beachten ?

Tipps und Tricks findet ihr hier: erster Zahnarztbesuch

Link: Dr. Carina Wick, Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde

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